• Walbeobachtung

    Ein Gastbeitrag von Reinhard Büssing

    Wal- und Delfinbeobachtung (Whale Watching) ist das Beobachten von Walen in ihrem natürlichen Lebensraum. Dieses kann an vielen Orten auf der Erde ermöglicht werden, man muss nur zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein.

    1955 konnte man in Kalifornien an der ersten kommerziellen Walbeobachtung teilnehmen. Heute ist es der am schnellsten wachsende Tourismuszweig. Im letzten Jahr haben über 15 Millionen Menschen eine Whale Watching Tour unternommen.

    Heute wird die Walbeobachtung in 87 Ländern und an über 500 Orten angeboten.

    Dreiviertel der weltweiten Beobachtung von Walen und Delfinen findet von Booten aus statt. Aber es gibt auch eine große Anzahl von Beobachtungspunkten an Land.

    Es werden die unterschiedlichsten Bootstypen für die Walbeobachtung eingesetzt, vom hochseetüchtigen Schlauchboot mit 2 – 10 Personen bis zum Ausflugsdampfer mit 100 Passagieren an Bord. Um wirklich ein optimales Erlebnis zu haben, sollte man ausreichende Informationen über den Veranstalter haben. In Norwegen kann man sogar als eigener Kapitän mit den von den Angellodges zur Verfügung gestellten Booten auf Walsafari gehen, dies macht den Ausflug noch einmal spannender.

    Zur Ausrüstung gehören bei der Walbeobachtung neben einem Fernglas, Fotoausrüstung und Tabletten gegen die Seekrankheit vor allem warme, funktionelle Outdoorkleidung. Das Wetter kann auf See recht schnell wechseln und selbst bei gutem Wetter wird einem schnell durch den Wind an Bord der Beobachtungsschiffe kalt. Die Touren dauern je nach Abfahrtsort zwischen drei und zehn Stunden.

    Eine exklusive (und teure) Art des Whale Watching ist die Beobachtung vom Flugzeug oder Helikopter aus, welches in verschiedenen Ländern angeboten wird.

    Bei Bootstouren ist die Sichtungswahrscheinlichkeit ca. 70%, es gibt aber auch Orte, an welchen in der Saison immer Wale gesehen werden. Dort räumen die Veranstalter sogar eine Sichtungsgarantie ein.

    Einige Plätze an denen man sich sicher sein kann, Wale zu sehen:

    Auf Teneriffa, Lanzarote und Fuerteventura werden Ausfahrten zu standorttreuen Zahnwalen durchgeführt, hier leben auch ganzjährig 500 Kurzflossen-Grindwale. 28 Wal- und Delfinarten sind hier heimisch, unter anderem Pilotwale, Grindwale, Pottwale und Schnabelwale.

    In Südafrika, z.B. Walker Bay an der Garden Route in Hermanus oder De Kelders sind von Juli bis November Südkaper (südliche Glattwale) und Buckelwale zu sehen, sowohl vom Ufer als auch vom Boot aus.

    In den Winterquartieren der Wale, z.B. der Baja California in Mexiko sammeln sich von Januar bis April hunderte von Grauwalen sowie Buckelwale, Blauwale und Finnwale. Sie kommen aus der Beringsee um sich in den warmen Gewässern rund um die Halbinsel zur Paarung zu versammeln. Oft kann man hier akrobatische Luftsprünge beobachten. Sehr interessante Ausgangspunkte sind Bahía Magdalena, Laguna San Ignacio und Laguna Ojo de Libre.

    In Norwegen, speziell von Ende Oktober bis Mitte Februar in Mikkelvik Brygge am Skogsfjord und Skagøysund oder Vengsoy und Tromsø. Hier ist um diese Jahreszeit die weltweit größte Population an Orcas anzutreffen. Aber auch Buckel- und Finnwale sind zu sehen. Den ganzen Sommer über finden Walsafaris auf Pottwale, Grindwale, Zwergwale, Buckelwale, Delfine und Schwertwale in Andenes und Stø auf den Vesterålen statt.

    Auf den Azoren sind von Dezember bis Mai Bartenwale (hauptsächlich Blau- und Finnwale), Pottwale und verschiedene Delfinarten, von Juni bis Oktober Pottwale, Pilotwale, Schnabelwale, verschiedene Delfinarten und gelegentlich Bartenwale, von September bis Oktober Pottwale, Pilotwale verschiedene Delfinarten, häufiger Bartenwale und kleine Schwertwale zusehen.

    In Patagonien ist die beste Zeit zur Walbeobachtung der Oktober, hauptsächlich werden südliche Glattwale gesichtet. Im März ist die beste Zeit für Orcabeobachtungen.

    Im Prince William Sound im Golf von Alaska kann man von Bord der Linienfähre von Valdez nach Whittier Wale beobachten. Die Orcas leben das ganze Jahr über dort. Die Buckelwale kommen im Frühjahr aus Hawaii nach Alaska um zu fressen. Die Resurrection Bay auf der Kenai-Halbinsel ist der beste Platz.

    Es gibt natürlich noch viele weitere empfehlenswerte Orte, z.B.: Valdés (Argentinien), Tadoussac am Sankt-Lorenz-Strom (Kanada, Provinz Québec), Maui (Hawaii), Monterey (Kalifornien), Kaikoura, Neuseeland, Island, Vancover Island, Benguera Island (Mosambik), Samana (Dominikanische Republik) und viele mehr.

    Wie sollte ein Tag zur Walbeobachtung aussehen?

    Zuerst trifft man sich im Büro oder vor dem Schiff des Organisators, von einem Naturführer oder Meeresbiologen wird eine Einführung über die vorkommenden Wal- und Delfinarten sowie über das Ökosystem gehalten. Verantwortliche Veranstalter weisen hierbei auch darauf hin, dass sich die Bootsführer an die gesetzlichen Bestimmungen halten werden und nicht näher als 100 m an die Wale heranfahren. Mache Ausfahrten werden auch zu Forschungszwecken genutzt, und man könnte Sie bitten, sofern Sie eine Kamera mit Speicherung der GPS Daten benutzen, Bilder zur Verfügung zu stellen. Bei der Fotoidentifikation können die Wissenschaftler anhand von Aufnahmen einzelner Körperteile, insbesondere der Rückenflosse (Finne), einzelne Tiere wie durch einen Fingerabdruck wiedererkennen.

    Dann geht es endlich aufs Schiff. Der Erfolg einer Walsichtung ist fast ausschließlich von der Erfahrung des Bootsführers abhängig. Er sucht nach dem Blas eines Wals. Dies ist die beim Auftauchen unter hohem Druck ausgestoßene verbrauchte Atemluft. Diese kondensiert zu einer weißen Wolke, die manchmal viele Kilometer weit zu sehen ist. Große Vogelschwärme zeigen auch oft das Vorhandensein von Walen an.

    Sind ein oder mehrere Wale gesichtet, nähert sich der Bootsführers seitlich an die Zugrichtung an. Die Bootsgeschwindigkeit und der Mindestabstand werden angepasst. So können sich die Tiere nahezu ungestört natürlich verhalten. Jeder der Bootsführer ist erfahren genug, um zu erkennen ob von den Walen Kontakte gewünscht werden. Er lässt das Boot driften, und die Meeressäuger nähern sich des Öfteren dem Boot und inspizieren das Schiff und seine Besatzung. Manchmal tauchen die Wale unter dem Boot durch und nutzen ihr Biosonar.  Ebenso drehen sie sich auf die Seite und beobachten die Beobachter.  Ab und zu stellen sich einige Arten (z.B. Orcas und Grindwale)  auf die Schwanzflosse und heben den Kopf senkrecht aus dem Wasser, ein unglaublicher Anblick.

    Ich möchte jedoch nicht unerwähnt lassen, dass es an vielen Stellen massive Auswirkungen (akustische Störfaktoren, die zu einer Beeinträchtigung der Kommunikation der Tiere untereinander führen, Stress oder Verletzungen durch Schiffsschrauben) gibt. Deshalb sind das Einhalten des Mindestabstands und die Begrenzung der Zahl der Boote (maximal 3), die sich dem Wal nähern, unbedingt einzuhalten.

    Mit der steigenden Zahl der Anbieter von Walbeobachtungen wurde der Ruf nach Regulationen immer lauter. Viele Länder haben mittlerweile die Beobachtung gesetzlich geregelt. Walbeobachtung soll und muss Ökotourismus sein. Schonende und respektvolle Behandlung der Meeressäuger  sowie die Sensibilisierung der Besucher für den Naturschutz müssen Ziel des Ausflugs sein. Nur so ist der Schutz der Meeressäuger auf längere Sicht gewährleistet.

    Sollten Sie weitere Fragen haben, sie können gerne Kontakt mit uns aufnehmen, wir leiten die Fragen an Herrn Büssing weiter. 

    Sollten Sie eine Ausfahrt zu den Walen machen, wünschen wir Ihnen großartige Anblicke, Stunden voller Emotionen und wunderschöne Fotos.

    Nachfolgend noch ein Link, der nahezu alles über Wale behandelt:

    http://www.wale.info/Hauptseite

     


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